View Full Version : Terror, Leichen, Gesellschaft
Schackessper
04-01-2004, 06:07 AM
Wie viele Leichen soll es noch bei Anschlägen geben?
Wenn mal die Frage gestellt würde, wer letztlich die
Leichen "erlaubt", und man würde sagen, es sind nicht
die Terroristen, sondern die "verrotenden" Völker,
so würde ich sagen, liegt das Maximum der erlaubten
Leichen bei ca. 100%, denn es wird ja nichts verbessert,
was für mich wiederum den Anschein erweckt, man wäre zufrieden,
wie es ist....
Mir gefällt der Gedanke, der mir gerade eingefallen ist:
"Terroristen sind nur die Henker einer schuldigen Gesellschaft"
(Das soll weder die Gesellschaft schlechter darstellen, als sie ist, noch soll es die Taten der Terroristen legitimieren!)
schattenfuerst
05-12-2004, 10:33 AM
Hallo
Ich denke du lehnst dich sehr weit aus dem Fenster mit dieser Bemerkung. Jedenfalls habe ich einige Zeit darüber nachgedacht was du vor mittlerweile mehr als einem Monat gepostet hast. Ich stimme mit dir überein, dass die Terroristen die Henker der schuldigen Gesellschaft sind. Das ist eine sehr getroffene Aussage, nur bin ich nicht damit einverstanden die Anzahl der Opfer zu legitimieren. Ein jeder Mensch hat das Recht zu Leben und es kommen doch zu viele unschuldige Menschen um ihr Leben bei diversen Anschlägen. Ich denke, dass man sich bei Anschlägen nicht auf das gemeine Volk, das Tag und Nacht bloß vor sich hinlebt wie eine Ameise, sondern gegen die Machthaber richten sollte. Ich legitimiere somit nur Machthaber als Todesopfer, die mit flaschen Entscheidungen und oft skrupellos "ihr Volk" in Verruf bringen bzw. das Gesellschaftswesen lenken. Denn man sollte sich vor Augen führen: "Wer ist DIE Gesellschaft"? und warum ist sie schuldig? Wenn ich deinen Gedankenzug mit meinem Vergleiche, denke ich, dass wir wohl verschiedenes meinen mit dem Ausdruck "Gesellschaft" im Bezug auf dein Zitat. Ich sehe die "Gesellschaft" der Machthabenden als schuldig jedoch nicht das gemeine Volk, dass oftmals belogen oder betrogen (zB USA) wird.
Schackessper
06-20-2004, 06:09 AM
Hm..... ...ich meinte ja auch nicht, daß ICH die Leichenmenge legitim finde,
sondern daß ich den Eindruck habe, daß die Völker und deren Gesellschaften
es in gewisser Weise in der Hand haben. Und dort wiederum sieht man fast
keine Veränderungen, was wiederum den anschein erweckt, das Volk würde
es einfach mal in kauf nehmen, von Terroristen umgebracht zu werden.
Zu den Regierungen: Sie sind Representanten der Völker! Ich kann mir
inzwischen schon vorstellen, daß sie wirklich die Gesellschaft wiederspiegeln!
Das ist aber natürlich nur eine Vermutung und ich hab keine Beweise.....
ich denke aber, daß es wirklich wahrscheinlich so ist! (Also meine Vermutung)
Das, was ich oben geschrieben habe, sollte eigentlich neutral als Betrachter
geschrieben sein. Allerdings eben aus einem Winkel, der schon "leicht" extrem ist!
Schattenfürst, ich find´s gut, daß nun doch noch jemand etwas dazu geschrieben hat!
schattenfuerst
06-20-2004, 10:28 AM
machthaber die representanten der gesellschaft: ja! - nur ist die frage wie sie sich dazu küren. Denn man nehme das beispiel italien. eine diktatur hinter der maske der demokratie. berlusconi hat alle medien in der hand. keine kritisches wort mehr ist zu hören oder zu lesen in den nachrichten. alle journalistischen widersacher wurden verfolgt und zum teil eingesperrt. wer die regierung kritisiert hat mit strafen zu rechnen. wo hat das volk schuld, wenn sich jemand so dem machtapparat bedient. konnten sie ahnen, wie er vorgeht, sobald er ministerpräsident ist? ich denke kaum. macht erreicht man durch lügen, opfer und kalkül. das volk ist mittel zum zweck. jetzt kommt die "neue" these: sind die machthaber der völker die eigentlichen terroristen?
du hast es bereits angedeutet in deinem post: die machthaber haben es in der hand, ziel eines anschlages zu werden!
Und es ist erschreckend wie viele die in kauf nehmen!
vielleicht ist das thema zu politisch für dieses forum, da kaum jemand etwas dazu postet.
Schackessper
06-20-2004, 12:39 PM
Ich glaube, es hat nur niemand lust, sich ebenfalls aus dem Fenster zu lehnen ;-)
Naja, jedenfalls bekommen die Regierungen nach meiner These nur so viel Macht, wie ihnen das Volk gibt, und da gibt es keine Ausrede wie "wir hätten Dich nie gewählt, wenn wir gewußt hätten", denn sowas kommt vielleicht einmal vor, daß man die falschen Leute wählt, vielleicht auch zweimlal oder noch öfter, aber nicht durchgehend, jahrzehntelang und jahrhunderte lang!
So vermute ich eben, daß die "Herrscher" nicht schlechter als ihre Völker sind!
Die Menschen geben ihre Macht an die Obrigkeit ab, um sich selbst auf die faule Haut zu legen, während die Obrigkeit Machtmißbrauch betreibt...... ...das bedingt sich meiner Meinung nach gegenseitig!
Meinst Du, daß wir diese Thema hier ruhen lassen sollten?
In politische Foren würde ich eh nicht gehen, weil mir Politik prinzipiell nur auf die Nerven geht...
schattenfuerst
06-20-2004, 01:14 PM
Nein - Das Thema sollten nur mehr hier aufnehmen! Weil dazu sicher jeder ein Meinung hat!
Ich denke, wenn jemand die Macht inne hält und diese weiß auszuüben, ist es dem Volk bald nicht mehr möglich eine andere Richtung zu bestimmen, außer durch eine Revolution, die oft verherende folgen hat. Man sollte mal nach Afrika schauen wie es dort den Menschen geht. Ich weiß nicht ob die dortigen Diktatoren und Militanten das Volk gefragt haben in welche Richtung es gehen soll.
Wie auch immer. Nichts rechtfertigt Terror, doch vieles schürt diesen! Bizarr.
Schackessper
06-20-2004, 03:50 PM
Genauso tut die Gesellschaft ihren Beitrag dazu, daß die Macht erst mal so groß wird, daß sie in diesem Maße mißbraucht werden kann, obwohl niemand mißbracht werden möchte (und ich glaube, daß fast alle Menschen, hätten sie selbst so viel Macht, nicht besser damit umgehen würden!)....
Ich denke, es gibt so ungefähr zwei Möglichkeiten. Die eine wäre die, daß der Stärkste alle anderen so stark unterdrückt, daß sie sich niemals mehr befreien können und letztlich daran zugrunde gehen.
Die andere Möglichkeit wäre die, daß alles was geschehen ist, durch gegenseitiges Verzeihen in eine gute und friedliche Gegenwart umgewandelt würde (das wäre im übrigen auch meine bevorzugte Variante).
Dazwischen gibt es wohl immer nur das Übliche: Krieg, Terror, Unterdrückung, Ausbeutung....
Ja, mir ist auch schon mal woanders aufgefallen, daß bei sehr kritischen Themen, wo ich mir denke, daß man sich doch normalerweise viele Gedanken drüber macht, niemand auch nur ein Wort sagt....
...aber ich denke, daß man genau das, was so kritisch ist, sagen und besprechen MUß! Mein Motto wäre da, "lieber lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, als daß ich mich überhaupt nicht aus dem Fenster lehne *g*".
vBulletin® v3.7.0, Copyright ©2000-2009, Jelsoft Enterprises Ltd.