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View Full Version : Herbstwind


Asphozel
03-20-2004, 12:35 PM
Herbstwind

In den braunen Blättern dieses Baumes,
Lagen einst wir beide hier im Gras,
Die Gedanken in der Ewigkeit des Raumes,
Während ich ihr aus dem Sternen las.
Niemand anders soll dich haben,
Mein bis zur Unendlichkeit,
Und niemand anders soll je fragen,
Wo wir verbrachten unsre Zeit.
Du siehst mich gar so fragend an,
Warum ich dich zum Baum geführt,
Ganz fest reiß ich dich an mich heran,
Bis die Klinge deinen Geist entführt.
In den roten Blättern dieses Baumes,
Lag sie neben mir im Gras,
Ihre Seele in der Ewigkeit des Raumes,
Jetzt den Körper ich besaß.
Schweigen wird sie ewiglich,
Träumen wird sie nun in Ruh
Nur der Wind weht’ durch die Blätter,
Und nur der Wind sah zu...


Meinungen?

Schackessper
03-20-2004, 01:10 PM
Zu Deiner Signatur hätte ich (m)eine Antwort:

"Beide, Du, und Dein Richter, doch hast Du es Dir ausgesucht..."


Ich möchte mal noch warten, was vielleicht andere zu Deinem Gedicht sagen.

Leander
03-21-2004, 02:34 PM
Ad Signatur:


Beide sind Mörder, aber so verwerflich die Todesstrafe auch ist - du hast das erste Verbrechen begangen, du hast angefangen.
Zum Gedicht sage ich nichts, die Thematik mag ich nicht.

Asphozel
03-24-2004, 04:05 PM
Die Thematik finde ich gerade spannend! Die Dramatik, Krankheit und gleichzeitig Liebe finde ich viel interessanter als reine Liebe.

Leander
03-24-2004, 06:56 PM
Ich habe früher auch viele solche Gedichte geschrieben, aber mittlerweile mag ich nicht mehr...und mich langweilen einfach die meisten Metal-Texte, weil es dort nur um die ewiggleichen Thematiken geht.

Ist nicht als Kritik gegen dich gemeint, aber ich habe persönlich schon diesbezüglich schon so viel gelesen, dass es mich einfach nicht mehr so interessiert. Kommt auch immer drauf an ,wie es gemeint ist, aber mit der Thematik "Ich töte dich, so werden wir ewig verbunden sein" usw. verbinde ich automatisch kitschige Elemente...früher mochte ich Eisregen z.B. sehr gerne, jetzt öden mich deren Texte an.

Nur gaaaaanz selten schreibe ich noch über andere bzw. über gewisse Thematiken...früher schrieb ich ganz anders, zwei sind einsam, verlieben sich, lieben sich und das Leben reicht nicht, sie lieben sich so, dass nur der Tod ihrer Liebe gerecht werden kann...die höchste Liebe = dem anderen den Tod zu schenken....das fand ich vor Jahren "schön"...jetzt nur mehr weltfremd, falsch und lebensverleugnend.

Maximal schreibe ich jetzt was wie:

Illusion

Glauben wir noch ein wenig an die Illusion,
Aufdass sie den Schmerz stille,
Sehen wir das Schöne, nicht die Trauer davon,
Die Zeit zusammen sei mein Wille.

Jetzt blind glauben, viel erwünschen,
So lang man wirkt und Zuflucht sucht,
Nie die Dornen sehen, vielmehr gehen
Zu dem Ort, wo das letzte Mahl uns ruft.

Es wird und lebt, im Irrglauben, ja,
Wachsen wir uns hoch schier wunderbar,
Dass wir leer und nichtig sind,
Seh’n wir nicht, weht fort der Wind.

Lass’ uns noch gemeinsam träumen,
Die Zeit der Sehnsucht nicht versäumen,
Solang’ in uns ein Etwas ist,
Vermeiden wir all’ Zeiten Frist.

Sieh’ zu, wie ich mich vergrabe,
Schaufel mich von oben bis unten
Mit schweren Schaufeln selber zu,
Habe auch durch das Gegrabe
Karge Masse durch den Stich gefunden,
Das Wasser tropft, im Erdreich, zig Stunden
Vergingen, bis ich fand zur Gabe,
Im Nu sei mir nah die Stund’ der Ruh’.

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Früher schrieb ich ('99) z.B.:

Deatherotica

As the poet painteth silent, mystic worlds,
A coach push'd aside the veils of this bright fullmoon night.
In this coach, two hearts do sit, empty to the bone,
A Lady and a Lord so sad. Alas! They were alone!

"Enter Lady, enter Lord" doth the pen then carve
Into tombstones, ancient walls.
Wilt they dance in passion's halls?
O! Their hearts like arid brooks painfully did starve.

"Come hither" quoth the Lord "wherefore not play the fiddle?!
With no try ne'er did a hero solve the riddle!"
Thy words art cheeky, thou in haste, I calmly deem, my Lord,
But still I stand beside thee here, prepar'd to draw my sword.

[Lord, zeitgleich mit unterem]

Thy weeping dress of splendid yarn, enticing blacken'd silk:
It stroketh softly, magically thy pale skin white like milk.
If beauty were a vassal, dear, to tilt thou would be arm'd,
Thy tearful glare like daggers once my weaken'd heart hath harm'd.
Dark Princess, thou hast me enslav'd, thy snake in me doth hiss,
On my knees I creep, I beg and still wait for a kiss.
Mystic eyes enbloom'd in me the tendermost black flower,
Grant me love and soothe my pain, I bow unto thy power!

[Lady, gleichzeitig mit oberem]

O! Beyond the stars we flew in my phantasy
But the magic mirror spoke: "Then they dead wilt be."
Ay, I suffer like thou dost, I miss love like thee,
Yet the mirror cleary did my demise foresee.
Why woest me thou? Into the grave soon thou willt me lay,
Once we've nipped this vintage wine, we then are so fey.
My despair, it makes me do what thy Lordship wilt
Having tasted thy sweet drink, I shall drown in guilt.

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Be no longer mortal dolts...
Let us start the wedding waltz!

Moistened lips and volcanos of lust,
Fragile bodies dance shivering fast.
Vampiric spell! Sharp teeth taste new flesh,
Desire burns wildly their hunger to ash.
Climaxeth their waltz, the gate open'd wide,
Blood carasseth the breasts of the bride.
The halls shake slowly and melt then to bricks,
The Mistress her wounds and the dying Lord licks.
Two twirling lovers in ballet of tears,
The poet, now groaning, their sudden end fears.

Their tongues met in meadows
Of lust, casting shadows
Of Death, passing by
Immortal last cry!
Lo! It is over, they fall to the ground,
Next day two corpses, embracing, were found.

A single black coffin ceased their red run,
Eternally 'gether, together as one.

schattenfuerst
03-25-2004, 09:32 AM
hi

kann mich nur leander anschließen - es ist eine ziemlich abgedroschene Thematik in diesem Genre. Ich muss jedoch auch gestehen, dass jeder Text, den man schreibt, für sich selbst bestimmt ist und die Aussage, den tieferen Sinn, nur der Autor selber kennt. Was bei diesen Texten oft der Fall ist! Aber wie schon im ersten Satz erwähnt, finden sich diese Texte sehr häufig in Metal/Gothic Bands wieder, was mit der Zeit zu einer Gewohnheit wird und auf langjährige Hörer fad wirkt - jedoch für Leute die das Genre neu für sich entdecken mit Sicherheit eine Faszination ausübt. Ich erinnere mich, wie es mir ging als ich erstmals solche Texte las und hörte. Und ich schrieb auch solche nach meinen "Vorbildern" nieder. Ich verleumde sie nicht, denn sie gehören zu mir, nur würde ich, so denke ich momentan, solche Texte nicht mehr schreiben. Dazu bin ich wohl zu sensibel geworden und zu ehrfürchtig.

Dennoch muss man als Fazit feststellen, dass es außer Liebe und Tod nur sehr wenig andere Themen in der Lyrik gibt. Es sind wohl die Eckpfeiler, das Fundament, jeden Textes. Auf immerdar sozusagen.

Am wichtigsten ist, dass du von deinen Worten überzeugt bist und dass du den Wert in ihnen erkennst.

Asphozel
04-03-2004, 12:15 PM
Leanders Begründung finde ich durchaus in Ordnung, jedoch finde ich (und da bin ich ein wenig konservativ), dass man im Black bzw. Dark bzw. irgendwas Metal keine reine Liebe darstellen sollte. Dazu gibt es Robbie Williams und verschiedene Boygroups im Fernsehen. Andererseits finde ich grim, unholy, frostbitten und necrobösen Terror Black Metal à la Darkthrone und Co. Kg. genauso sinnlos. Die Zwischenstufe gefällt mir am besten, also Texte im Sinne vom obrigen "Herbstwind". Dramatik, Tragik und Erotik sind dann am besten eingesetzt, wenn sie inneinander übergehen.

Zum Thema Eisregen: Sie haben alles erreicht und sollten in Würde abtreten...