View Full Version : Ich kann nicht glücklich sein, da mich Glück unglücklich macht...
Leander
01-30-2004, 04:48 PM
Kann es jemand verstehen?
Es gibt zwei Seiten...mein Ich und Beziehung. Habe ich in der Beziehung alles, wir sind seelenverwandt, es ist richtige Liebe, ist das, wonach ich mich sehne, erfüllt...und ich habe kein Bedürfnis mehr, zu dichten, zu komponieren...weil ich das eben mache, aus Gründen wie Sehnsucht, Verzweiflung, Vergänglichkeit.
Entweder, ich habe alles, aber keine Sehnsucht in mir und dichte nicht, was mich unglücklich macht.
Oder, mir fehlt in der Beziehung einiges, aber dadurch verliere ich mich nicht und kann dichten.
So kann ich nicht glücklich sein, da mich Glück unglücklich macht...
Kennt das jemand? Vollkommenes Glück in der Beziehung und Glück im eigenen Ich geht nicht.
Leander
01-30-2004, 07:42 PM
Folgendes Posting war eigentlich eine Antwort...doch leider war Twilightheart so kindisch, ihres zu löschen...komplett sinnlos.
"Hm, ich glaub, du hast mich nicht vollends verstanden. Es geht ja nicht um Auskosten, Vergänglichkeit einer Beziehung usw...
Sondern nur, darum:
1) In der Beziehung alles haben, aber dadurch kein Bedürfnis zu haben zu dichten, was mich unglücklich macht
2) In der Beziehung einiges zu vermissen, was mich traurig macht, aber dadurch dichten können, was mich froh macht und mir wichtig ist."
Twilightheart
01-30-2004, 08:31 PM
Originally posted by Leander
Folgendes Posting war eigentlich eine Antwort...doch leider war Twilightheart so kindisch, ihres zu löschen...komplett sinnlos.
Wieso sinnlos? Du meintest doch, ich hätte dich nicht verstanden! Ich wollte Dir einen Gefallen tun und nicht am Thema vorbeireden! Wenn Du eh nicht verstanden hast, was ICH meinte... und noch dachtest, ich hätte DICH nicht verstanden, nur weil ich nicht über DICH, sondern über MEINE Erfahrung diesbezüglich geschrieben habe (auch wenn diese nicht 100 % mit der Deinen übereinstimmt)! Welchen Sinn macht es, etwas stehen zu lassen, was von anderen nicht verstanden wird!?? Da lösche ich es lieber, damit sich niemand belästigt fühlt... können ja andere gerne etwas antworten, wodurch du dich besser verstanden fühlst!
Ich dachte, es könne ruhig mal jemand auch ähnliches schildern, aber Du willst ja nur über genau DAS reden, was da oben steht... aber damit kann ich eben nicht dienen!
Leander
01-31-2004, 07:37 AM
Wenn ich zu einem Thema was schreiben will, schreibe ich es, egal, was die anderen sagen, egal, ob es passt oder nicht.
Wenn ich nichts schreiben will, schreibe ich nichts.
Folglich soll es dir total egal sein, was ich dazu sage.
Steh ein bisschen mehr zu dir, ist doch scheißegal, was andere sagen.
Ja, das kenne ich.
Ich bezeichnete es fuer mich wohl eher als eine Sucht nach geistigem Schmerz, nach der Zerstoerung meiner Gefuehle. So wurde ich langsam, und dennoch sicher, kalt fuer Beziehungen. Die einzigen Beziehungen, die mir gegenwaertig etwas geben, sind leider nur die vergangenen.
Ein Lyrik-Zitat einer anderen Band.. ''Bin ich nur gluecklich, wenn es schmerzt?'' Du erinnerst mich stark daran.
Skog.
Schackessper
01-31-2004, 08:38 AM
...und ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, jedoch kann ich es mir vorstellen, daß man, wenn man rundum Glücklich und zufrieden ist, wegen einer runden Beziehung, daß man dann nicht mehr die Musik, die Texte macht, wie davor.... ..und daß einen dies wiederum traurig stimmen würde.
Aber ich denke, daß es nicht grundsätzlich so sein muß... ..aber wie gesagt, ich spreche ohne Erfahrung ;)
DunkelSchein
03-08-2004, 09:16 AM
Ich denke das das ein allgemein Menschliches Problem ist, aufgrund das der Mensch sein inneres Glück nicht mehr wahr nimmt. Er fühlt nicht mehr den eigentlich jetzigen Moment. Strebt ständig neue Ziel zerstreut und blind an. Kann einfach nicht stehenbleiben. Er erhofft sich durch ein erfolgreich getanendes Ziel ein Glücksmoment den er damit erreichen wollte wenn auch schon nicht mehr bewusst, da er auf diese Weise Ihn nicht fühlen kann. Vieleicht weil er du die heutige Gesellschaft gelernt hat rein Objectiv zu bleiben. Er versucht es immer wieder und wird dadurch immer unglücklicher und unmotiviert. Er glaub nicht mehr an das Glück, an die Liebe und gibt sich der Objectivität hin. Bleib stehen und finde dich selbst
dies a-|-er
03-21-2004, 03:59 PM
also des muss jetzt sein!
Das ist das geilste Lied von BO " Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt".
meiner meinung nach
schattenfuerst
03-22-2004, 02:29 PM
und auch mein senf zu bo:
mir hat das lied früher sehr gut gefallen, muss aber sagen, auch wenn ich damit vergangenheit verbinde, dass dieses lied mir heute nicht mehr gefällt. wirkt irgendwie zu plump.
dafür fasziniert mich immer wieder aufs neue "für immer" - das ist eine der schönsten balladen in deutscher sprache.
wobei dieses lied einfach den grandiosen alben weiß/schwarz entspringt.
aber wir reden damit am thema vorbei:
zum thema muss ich sagen, dass ich ähnlich empfinde auch wenn ein wenig unerfahren in der konkreten sache. aber empfinde ich glück - bin ich leer. bin ich unglücklich, gibt es tausende dinge die ich zu papier bringen will/muss. eine art selbsttherapie.
dies a-|-er
03-25-2004, 09:50 AM
"Ein Lyrik-Zitat einer anderen Band.. ''Bin ich nur gluecklich, wenn es schmerzt?'' Du erinnerst mich stark daran.
Skog."
Also ich glaub enicht, dass ich damit angefangen habe :)
Skog: "Ich bezeichnete es fuer mich wohl eher als eine Sucht nach geistigem Schmerz, nach der Zerstoerung meiner Gefuehle. So wurde ich langsam, und dennoch sicher, kalt fuer Beziehungen. Die einzigen Beziehungen, die mir gegenwaertig etwas geben, sind leider nur die vergangenen."
Erst in der Vergangenheit erkenne i c h das Glück, das ich einst gehabt habe, ungetrübt von allem Übel. Doch als die Vergangenheit die Gegenwart gewesen ist, so fühlte ich mich glücklich unglücklich. In der Gegenwart bin ich selten glücklich - eigentlich nie wirklich. Aber wiederum kann man nicht vollends glücklich sein in der Gegenwart, denn ohne, dass das eine plagt, erfreut das andere nicht und umgekehrt das selbe. Ich mag Unglück und Traurigkeit bis zu einem gewissen Grade, da ich dadurch sehr interessante Gedankengänge entwickeln kann - noch bessere, als wenn ich mich nicht schlecht fühle (-> Sucht nach geistigem Schmerz trifft es nicht schlecht). Wirklich gut fühlen tue ich mich nie - entweder bin ich einfach ganz gelassen und still zufrieden, oder ich bin niedergeschlagen. Ich akzeptiere beides, kann mit beidem Leben und erkenne die Schönheit beider Zustände. Ich kann es nicht verstehen, dass so viele Menschen auf der Suche nach dem Glück sind, um in dem Moment, in welchem sie gehofft haben es zu finden, scheitern zu können es zu fühlen und dadurch antriebslos werden. Ich lebe und nehme an, was kommen mag - erfreuen werde ich mich dann an der Vergangenheit - nicht an der Gegenwart - weshalb auch? Die Gegenwart ist ein der unmanipulierbare, momentane, innere Zustand, welchen ich erst dann wahrnehme, wenn er bereits an mir vorübergezogen ist. Die Vergangenheit hingegen ist zeitlos und der einst unmanipulierbare Zustand wird zu meinem Gedankenspiel, in welchem ich ihn formen kann, wie es mir gefällt.
@Leander: Vielleicht wirst du das Glück erst dann erkennen und fühlen, wenn es weg ist und dem Schmerz Platz macht. Dann wirst du dichten können - und - erreichst du es, im Schmerz das Glück in deiner Erinnerung zu fühlen, dann macht dich das Unglück glücklich. Auch wenn dies nur eine Umkehrung des jetzigen Zustands ist, so ist gibt bei näherer Betrachtung deutliche Unterschiede...
So - fertig - ich geh mal was kochen :)
Kalophain
05-25-2005, 03:22 PM
So....das Thema ist ja schon etwas alt. trotzdem möcht ich gerne noch etwas dazu schreiben, falls es gestattet ist.
Sag, ist das ganze immer noch so?
Ich weiss nicht, ob ich wirklich VERSTEHEN kann, was du meinst. Was ich kenne ist, dass ich früher niemals glückliche Gedichte schreiben konnte. D.H. ich fand keine Worte für Glück, vielleicht, weil ich keines sah, und schrieb auch immer nur über meinen Schmerz, Ängste ect....diese versucht man dann ja auch in eine gewisse Ästhetik zu verpacken...
Aber....warum versuchst du nicht einfach, über dein Glück zu schreiben?
Ich weiss, dass es einfacher ist, über seinen Schmerz zu schreiben, für mich jedenfalls.
Was ich dir nicht glaube, oder mir schwer fällt ist, dass dein Schmerz dich verlässt, wenn du in einer Beziehung bist. Gerade wenn der Partner eine gewisse Seelenverwandtschaft an den Tag legt. Es gibt bei mir immer Dinge, die ich mit mir tragen werde. Alte Jahre, Dämonen, Ängste, die sich lindern lassen durch die liebe eines wunderbaren Mädchens, aber sie werden nie verschwinden.
Kannst du nicht weiter über deinen Schmerz schreiben, ihn verarbeiten, aber eben GENAU DEN FAKTOR einbauen, dass du ein Herz bei dir hast, dass auch für dich schlägt, wenn deines dir die Brust versengt und du glaubst, all das nicht mehr tragen zu können?
Traurigkeit verlässt einen nicht. Sie ist wie Liebe, wie Angst, sie ist immer da. Und es gibt unendlich viele Worte, diese Gefühle auszudrücken.
Es geht doch nicht immer ums Bodenlose, sondern darum, dass man auch die Kraft sieht, die in einem fliesst oder eben, die einem von einem geliebten Menschen gegeben wird, sei es weil er einen in den Arm nimmt oder weil man merkt, dass auch das eigene Herz diesem Menschen Mut und Kraft gibt gegen seine Dämonen(ich nenn dies einfach mal so) zu kämpfen....
Dichte auch glücklich, versuch es. Es ist es wert. Es gibt so unendlich viel mehr als nur Schmerz. Denn ich glaube zu wissen, dass dich die wärmende sonne oder der Geruch im Wald genau so empfängt und trunken macht wenn du in einer Beziehung und glücklich bist, wie wenn du traurig und dich alleine gelassen fühlst.
So, falls ich nun zu persönlich war, tut mir das Leid. Ich wünsche dir alles gute.
"Durch alle Nacht zum Licht."
K.
Leander
05-25-2005, 06:25 PM
Schwer zu erklären, ich will jetzt auch nicht lange rumschreiben. Ich habe auch positive Gedichte.
Bei dem Thema gehts halt darum, dass ich eben was will, was es nicht gibt...und ich in der Hinsicht oft Probleme habe...ich will A und B, obwohl nur A ODER B geht. Ich will glücklich sein und eben glücklich sein und unglücklich sein und dann traurige Sachen schreiben können. Doch man kann eben nicht gleichzeitig glücklich und unglücklich sein.
Kalophain
05-26-2005, 02:12 AM
Mh...okay. Du kannst nicht so unglücklich sein, wie du wärst, wenn du das Glück nicht hättest.
Wenn man lange alleine war zb. erschafft man sich eine Welt und eine Vorstellung, wie gewisse Dinge im Leben sind und sein müssen, damit man sich vielleicht erfüllt fühlen könnte. Dann ändert das und man merkt, dass diese Welt, die man sich aufgebaut hat, nicht möglich ist. Weil diese Welt auf einer anderen Gefühlslage liegt und aus einer Region in der Seele kommt, wo bei erschaffen nicht viel Licht geherrscht hat. Verstehst du wie ich das meine?
Aber es ist wahr. Man kann in einer Beziehung nicht die selbe Selbstpein ausleben, wie wenn man alleine ist. Eben weil es falsch wäre, sich weiter selber zu zerstören wenn man lieben darf und geliebt wird.
Ich wünsche dir auf jedenfall Frieden.
Leander
05-26-2005, 07:36 AM
Nein, ich zerstöre mich doch nicht, meine Güte!!! Wenn ich ein Gedicht schreibe und traurig bin, heißt das nicht, dass ich IMMER so bin, sondern ich bin z.B. zwei Stunden traurig, dann schreibe ich was und danach gehts mir wieder gut.
Darum gehts ja nicht, es geht eher um das "alles haben wollen". So will ich z.B. auch gern auf ein Konzert UND mit einem Freund Radfahren...wenn ich am Konzert bin, denk ich "hm, ich wär aber auch so gern Rad gefahren", wenn ich Rad fahre, denke ich "hm, ich wär so gern am Konzert"...ich will halt oft zwei Dinge gleichzeitig, was eben nicht geht. Darum gehts primär...
Kalophain
05-26-2005, 10:46 AM
Ja, das war mir eigentlich schon klar, dass du nicht dauerdepressiv bist. Entschuldige. :) Hab das ganze wohl etwas zu sehr auf den Schmerz geschoben....*hüstel*
Man neigt halt leider oft dazu, gerade die Dinge zu wollen, die man nicht kriegen kann. Und so gibt man den Dingen, die man hat, weniger Aufmerksamkeit weil man leichtes Bedauern gibt und das ist schade. So gehen wirklich schöne Momente manchmal einfach an einem vorbei, weil man zu sehr am grübeln ist.
alles gute.
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