View Full Version : im schreitgang zur lichtung
hallo,
da ich eben bemerke, wie sich das thema "wer hat angst vor einsamkeit" verselbstständigt wollt ich der neuen richtung mal eine eigene plattform geben.
anscheinend haben hier nicht wenige einen gewissen naturdrang.
erst vor kuzem hat es mich in ein kleines waldgebiet gezogen, nachts um 2. besonders das gefühl von unsicherheit beim verlust des sehsinns war faszinierend. ich hab mich also durchgekämpft inklusive stürzen, bis ich mich schließlich auf einen stein setzte und ca. 80min verharrte.
man kann den wald hören, schmeck, riechen, fühlen und ebenso die nacht, aber erst nach einiger zeit, wenn das süße altvertraute verschwindet, mit ihm der angstschein. anfangs war noch jede fingerzeig zur außenwelt willkommen, täuschte geborgenheit. doch dann war man einfach nur noch.
einerseits hätte ich den nächsten baum umarmen und sterben können, wollte draußen schlafen. andererseits war mir später das gefühl wieder auf abgetreten wegen zu laufen beängstigend beruhigend.
kann der mensch die last seiner abhängigkeiten abwerfen,
wieso sollte er?
vertont wäre das: empyrium - waldpoesie (weiland...lied 7)
probedownload unter www.empyrium.de - sounds
Schackessper
10-09-2003, 11:14 AM
Danke für die Erzählung!
Da es doch nicht unbedingt so viele Menschen sind, die der Natur so verbunden sind, ist es immer um so belebender, wenn man jemanden trifft, der für die Natur ähnliches empfindet, bzw., der die Natur ähnlich empfinden kann.
ja mich hat besonders dein beitrag zum thema angesprochen. schreib doch mal deine welt auf!
übrigens war ich gestern auf deiner seite. ich würd mir gern dein neuestes werk bestellen.
aber woher kommst du eigentlich... erzähl einfach.
gruß...
Schackessper
10-10-2003, 12:19 PM
Ich erzähl etwas, das leider schon ein Weilchen zurück liegt (nicht weil ich finde, es sollte gestern gewesen sein, sondern weil ich leider schon länger nicht mehr so in der Natur war).
<i>Im Frühsommer, während einem Gewitter, bin ich des nachts mit einem Freund in einen Wald aufgebrochen, Rucksäcke Filzumhänge und eine selbstgemachte Harzfackel dabei. Ich ging barfuß, dieser Wald liegt am Rand der Alpen und ist voller großer und kleiner Felsen, kleiner und großer Spalten, aber barfuß konnte ich meist den Weg ganz gut finden (meist, ich bin auch mal plötzlich mit einem Bein im Boden verschwunden *g*). Wir sahen auch hin und wieder ganz gut den Boden für Momente, wenn gerade ein Blitzt zwischen den Bergen durchloderte, aber im nächsten Moment wiederum waren wir geblendet und wieder nur auf unser Empfinden des Bodens angewiesen, teilweise tasteten wir auch mit den Händen den Boden ab, wir sahen leuchtendes Holz (vermoderndes Holz leuchtet manchmal) und schließlich, während eines Blitzes, sahen wir vor uns den Umriß eines großen Felsen, es war der Felsen, zu dem wir gehen wollten... ....ca 700 Meter quer durch den Wald, - eine Ewigkeit - , und wie durch ein Wunder kamen wir genau zu diesem Felsen!</i>
Wir übernachteten dann unter dem Felsen, der eine kleine Höle bot, in der man vom Regen verschont blieb, der inzwischen schon stärker geworden war.
Ja, solche Erlebnisse können, denke ich, niemandem durch erzählen ein Ersatz sein, es ist eine so große Macht, die man in seiner relativen Ohnmacht spürt, erahnen kann, das das eigene Sein wieder viel mehr an Tiefe zurückerlangt.
<font size=1>@vidr, ich wohne hier am Chiemsee, ist eine schöne Gegend, aber auch natürlich eine Touristenregion ;-( , aber in den "unangenehmeren" Jahreszeiten ist es doch auch ganz ruhig hier in der Natur, bzw. auf den vielen Wegen, die hier alles durchkreuzen. Nur in den Bergen gibt es hier größere Landstriche, die nicht so sehr dem Menschen zugänglich sind.</font>
so etwas ähnliches kenn ich auch.
aber wieso denkst du, machen wir das, was zieht uns. ich spüre nur sehnsucht, die ich versuche zu erfüllen, aber nie werde überdauernd ausfüllen können.(klingt pathetisch, beschreibt aber mein gefühl für die natur)
hast du das empyriumlied mal gehört?
was ist mit der cd?
der erste eindruck deiner naturstimmungen-seite ist: atmosphärisch schön
gruß erstmal...
Aragil
10-12-2003, 07:06 AM
Der Natur verbunden sind denke ich relativ wenige heutzutage,die heutige Spassgesellschaft zieht es nun einmal vor in großen Menschenmaßen dem Menschsein zu fröhnen und halten sich für Gottes Geschenk an die Erde.
Ich für meinen Teil gehe inzwischen relativ häufig in die Wälder,gerne auch nachts,denn dann ist es wahrscheinlich,dass kein Mensch, der erwartungsvoll ein Lächeln über meine Lippen huschen sehen will ,meinen Weg kreuzt,was mir mehr als recht ist.Zudem poetisiert die Nacht im Grunde alles in irgendeiner Weise,was tags ein schlichter Felsen ist,kann nachts alles Mögliche sein,was einen für einen kurzen Moment erschrecken lässt,bis man ,sich vorsichtig vorantastend,letztlich feststellt,dass eben doch ein Felsen war,allerdings hat vor diesem dann etwas mehr Achtung,ebenso wie vor dem Rest der Natur...
Früher hatte ich nicht ein derartiges Wahrnehmen,bzw. konnte der Natur nicht so viel abgewöhnen,allerdings habe ich mich in Städten und Dörfern eigentlich nie wohlgefühlt,bis ich die Natur für mich entdeckt habe,wusste ich auch nicht warum.
Ja, das Gefuehl kenne ich.
Wenn man sich einfach nur auf den warmen, und doch kalten Waldboden sinken laesst, den Koerper entspannt und die Augen schließt, ueberkommen mich immer gemischte Gefuehle.
Das Gefuehl der starken Verbundenheit, das der Einsamkeit und doch irgendwie Geborgenheit durch die Baeume und ein wenig Unbehaglichkeit, wenn man fremde Geraeusche hoert. Und doch zieht es mich immer wieder in die fremde, doch nahe Einsamkeit. Die Ruhe, Idylle und Schoenheit des Waldes, auch wenn man Zeichen der Verwuestung und Ignoranz sieht, wirkt so einzigartig auf mich.
Man schoepft Kraft, neue Gedanken und vorallem Mut. Mut zum Leben, Mut zum Individualismus.
Am Anfang war es schwer fuer mich, nur einen Moment im Wald ruhig zu stehen. Doch mittlerweile genieße ich die stillen Momente des Lebens. Sie sind das, was mich erst zum Leben fuehrt.
Skog.
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10-16-2003, 03:29 PM
ich würd gern einen grund wissen, was uns menschen immerwieder zur natur, und besonders zu gewässer und bäume/pflanzen allgemein, hinzieht. (übrigens sind auch die leute der "spassgesellschaft" gerne mal im stillen wald, ich kenn ein paar beispiele)
verbundenheit? mag sein.
ich glaube aber eher, dass es die lebendige ruhe ist, die einem gut tut. man denkt automatisch an andere dinge, oder beginnt auch, einen/mehrere gedanken völlig durchzudenken, macht nicht auf halbem (gedanken)weg halt.
hm.
is wahrscheinlich aber so, dass es für jeden was anderes bedeutet bzw. auslöst :)
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