PDA

View Full Version : Mein Konzept


Leander
08-20-2003, 09:07 PM
Hallo,

meine CD "Nebelleben" ist zwar erst seit 2 Wochen veröffentlicht, aber ich habe nebenbei schon fleißig gedichtet und habe bereits von den Texten her die nächste CD fertig, samt Konzept. LOL
Tippfehler usw. inbegriffen, ist Version 1.

Infos zum kommenden Album:

Arbeitstitel: "Eigenwelt und Sternenzelt"

Songs:
Gezeitenspiegel
Meer der Einsamkeit
Eine Reise ins Ich
Empfindungswelten
Heimat tief im Herzen
Traumwald
Zu Eis
In Ohnmacht ertrinkend...
Abschied


------------------------------

Gezeitenspiegel

Das Leben wie ein Meer,
Auf und ab, hin und her,
Blick' in den Gezeitenspiegel,
Befrei' den Brief von seinem Siegel
Brief des Schicksals, lies und staune,
Lache, tanze, weine, raune,
Spür' dein Ich zu Lebenszeit,
Doch vergiss nicht Dankbarkeit.

"Alles fließt, ist in Bewegung.
Ein ständiges Kommen und Gehen.
Wir sind alle nur kleine Teile eines großen Ganzen."

Ein Blick in den Gezeitenspiegel genügt -
Schon findet man sich auf dem Meer der Einsamkeit,
Wird verwundet, fühlt sich allein'
Und beginnt sie, eine Reise ins Ich,
Zu kostbaren Empfindungswelten,
Erkennt Geborgenheit und Heimat tief im Herzen,
Kommt zu einem Traumwald, traumhaft schön,
Doch nur ein Traum, zu Eis, zu Eis man frieren muss,
Auf den Anfang folgt der Schluss,
In Ohnmacht ertrinkend...wird man dann vom Abschied ereilt...
Und doch hofft man auf ein Wiedersehen...

Nun habe ich den Brief des Schicksals geöffnet,
Blicke in den Gezeitenspiegel und...


----------

Meer der Einsamkeit

...Und finde mich auf dem Meer der Einsamkeit.

Endlose Weiten rund um mich,
Doch kalter, gefräßiger Nebel nimmt die Sicht,
Kein Ton, bloß Hohn, kein Lüftchen weht,
Das Segel hängt schlapp und leblos herab, ich sitze fest,
Verliere das Zeitgefühl, tagein, tagaus die selbe Leere,
Hoffnungslosigkeit lauert in den Tiefen, droht mich bald zu verschlingen.
Ich versuche, wach zu bleiben, doch Resignation macht sich breit,
Die Lider fühlen sich bleiern an, fallen mir zu,
Gleichgültig lehne ich mich an den Mast,
Sein morsches Knirschen seufzt in die Stille und eh' es erklungen...
...Ist es schon vergangen.

Schon länger in des Schlafes Armen kracht es jäh,
Splitternd' Holz verfehlt mich knapp und immer knäpper,
Ein Sturm schreit hungrig in meine Einsamkeit hinaus,
Peitscht die Wellen, peitscht die Wogen,
Reißt sie weg in hohem Bogen,
Was einst lag wird nun geflogen,
In das garstig' Schwarz gezogen.
Blitze zucken, spucken grelle Ungetüme,
Ich klammer' mich fest, der Mast, er ächzt,
Ich werde zum Ball eines grausamen Spiels,
Ganz durchnässt und blaugefroren habe ich all' Glück verloren,
Tagein, tagaus das selbe Wüten,
Der Sturm heult boshaft, alle Mythen,
Die ich in 'nem Buch gelesen, von Bestien der Meereswelt,
Die man sich oft gern erzählt,
Sind so plötzlich ganz real,
Fluten fletschen, welche Qual!

Als ich das nächste Mal die Augen öffnete -
Meine Glieder schmerzten laut -
Sah ich, dass ich noch am Leben war...
...Aber mehr auch nicht.

Endlose Weiten rund um mich,
Doch kalter, gefräßiger Nebel nimmt die Sicht,
Kein Ton, bloß Hohn, kein Lüftchen weht,
Das Segel hängt schlapp und leblos herab, ich sitze fest,
Verliere das Zeitgefühl, tagein, tagaus die selbe Leere.
Hoffnungslosigkeit lauert in den Tiefen, droht mich bald zu verschlingen.

Doch was, ja was, erblicke ich, dort, das Licht, in weiter Ferne?
Es leuchtet friedlich, ruft mich,
Ich reibe meine müden Augen, starre durch den Nebelwall,
Ja, ein Licht, ein Leuchtturm wohl,
"Ach Land, so hol' mich doch zu dir!"
Zu lang...ich...schon auf hoher See,
Einsam, entkräftet, dem Leben entsagt,
Von Stürmen geknickt der geschundene Mast...fast.
"Hol' mich heim, hol' mich zu dir!"

....Doch kein Lüftchen regt sich, Flaute mir boshaft in die Augen schaut,
Mir graut, so fern das Licht, so fern.
Ich sehne mich nach dir, doch...so fern, du bist so fern,
Dein Licht durchleuchtet wohlig das Nebeldickicht,
Es weist mir den Weg, wiese...
Doch du bist so fern.

...Und finde mich auf dem Meer der Einsamkeit.


--------------------

Eine Reise ins Ich

Entblößt vor dem zerfleischenden Sonnenstrahl winde ich mich,
Sinke in den Boden, fallend, wo der Halt?
Nichts bleibt als nur die Qual,
Eure Gegenwart ist meine Geißel,
Leere Blicke, nichtig' Fesselbürde,
Nimmt mir Würde, zerreißt mein Ich,
Ich muss weg, eh' ich verbrenne,
An dieser oberflächlichen Hirnzerfresserei,
Bin nicht länger dabei,
Im Schutz der Nacht schleiche ich mich davon...

Und beginne sie, eine Reise ins Ich,
Weg von leeren Räumen, hin zu meinen Träumen,
Wo ich mich unendlich fühle,
Mein Blut wird zur Botschaft meines Lebens,
Meines Strebens nach...

Bin ich der letzte meiner Art...?
Bin ich der letzte meiner Art?!?

Wenn das Rundummich sich bleiern auf mein Gesellschaftsdasein legt,
Mein Fühlsinn, sie verdammend, diese Last nicht erträgt,
Zieh' ich mich zurück, eh' das Blei mich lähmen kann
Und fange nach und nach meine eig'ne Reise an.
Das Rundummich verschwimmt, ich versinke in mir,
Drifte lautlos ab - nur weg von hier!
Und sobald ich gänzlich aus eurer Welt verschwinde,
Ich Momente später in der meinigen mich finde.

In meinen Welten bin ich Gott,
Ein Dieb, ein Gaukler, Psychopath,
Tröste mich, verfluche mich, geb' mir den Rat,
Ich bin ich und mehr als ich.
In meiner Welt werde ich zum Held,
Kann Schicksal schaffen, Wege wählen,
Seltsam-wirres-Was erzählen.
Ich trommle laut mein Leben,
Werd' mir selbst den Rhythmus geben,
Drehe mich um meine Achse,
Spüre die Allmacht meiner Existenz,
Unter 'm Sternenzelt schuf ich meine Welt,
Die rein mir gehört.

Ich will im Wald hocken und
Wortbrocken weise Worte werden lassen.
Ich will...es und alles und es...

Ich bin ein kleines Märchenkind,
Spiele nun geschwind im Wind,
Springe mit den Blättern fort,
Suche mir den Zauberort,
Dort find' ich jenes Wort,
Das mein Schlüssel zu der Reise ist:
Eigenwelt! ...die nichts vermisst
Und niemals auf das Ich vergisst.

Die Zeit verschwimmt
Und so versinke auch ich in meiner Umgebung,
Es dreht sich um mich,
Raum und Zeit, tickticktick,
Bald bin ich weg, bin woanders, bin nicht hier.
Ich bin weg, bin nicht da,
Bin weit weg, bin unsichtbar.
Bin weg, bin weit weg...und es ist gut.


------------------

Empfindungswelten

Die Welt ist ein Raum voller Fenster,
Wähle dir eines, oder mehr,
Blicke hinaus in die Fremde
Und lass' sie dir geborgen werden.
Wähle aus unter vielen, doch beachte stets,
Ob dein Weg auch in deinem Sinne ist,
Ob er dich leitet oder bloß verleitet,
Schau' hinaus in die Weite, staune
Und finde dich in dir selbst.

Vor meinem Fenster höre ich schon das erste Geflüster,
Die Morgengesänge der Vögel, die mir den neuen Tag ankündigen,
Die Sonne geht auf, ein neuer Tag beginnt,
Altes weicht, schält sich aus der abgetragenen Hülle,
Die Fülle neuen Lebens, Erlebens lässt mich gen Himmel steigen.
Die Morgengesänge der Vögel - voll Anmut und Stolz!
Sie sind, nur darum dreht es sich, sie sich, er sich, der Planet,
Alles kommt und geht, ein einzig' großes Karussell,
Mal dreht 's sich langsam und mal schnell.

Was verheißen mir die Harfentöne?
Sie bringen mir von weit her eine Botschaft,
Erzählen mir von längst vergangenen Zeiten,
Ein Ton erhascht mein Ohr, ich atme ein,
Bin wie ein Fluss, fließe weit in endlose Breite,
Schreite nebenher und beobachte meine Entwicklung,
Es zieht an mir vorbei, es, das Ich, wird größer und kleiner,
Tränkt manche Wüsten mit saftigem Moos,
Lässt Samen werden groß,
Von Dürre, Staub und Leblosigkeit
Wird die Landschaft frisch befreit,
Es blüht und wächst, nun lacht mir Pracht entgegen,
Grün tummelt sich munter auf allen Wegen.

Ein Duft erhascht mich von fremden Ufern,
Salzig, eher modrig, ich weiß nicht,
Ich fühle nur, alles ist ja Teil der Natur -
Neulich überlegte ich mir mein Leben
Von vorne bis hinten rational zurecht,
Doch es klang wie eine falsche, langweilige Pseudomelodie.
Das Sein aber muss klingen,
Muss seine Melodie in die Welt singen,
Durch Wind und Wetter fortgetrieben werden,
Über allen Wipfeln wehen.


------------

Heimat tief im Herzen

Dort, wo die dichten Wälder rauschen
Und die Bäume den Vögeln lauschen,
Die Seen kristallklar im Licht erstrahlen,
Berge stolz die Landschaft malen,
Dort, wo die Bäche Geschichten erfinden,
Weitererzählt von Tannen, Linden,
Der Winter alles mit Schnee verziert
Und mich sein Zauber tief berührt...

Ist meine Heimat, tief im Herzen,
Balsam für der Seele Schmerzen,
Geborgenheit an schlimmen Stunden,
Heimat habe ich gefunden,
Früher fand ich nie zu ihr,
Ihre Nähe fehlte mir,
Ihren Wert hab' ich vermisst,
Hab' nie gewusst, was Heimat ist.

Heimat, tief im Herzen spür' ich dich,
Du gibst mir Halt, wärmst mich in die Kälte der Zeit,
Heimat, ich liebe dich,
Ich bin durch dich, ich bin in dir,
In dir verwurzelt im Sturm der Zeit.

Dort, wo die dichten Wälder rauschen
Und die Bäume den Vögeln lauschen,
Die Seen kristallklar im Licht erstrahlen,
Berge stolz die Landschaft malen,
Dort, wo die Bäche Geschichten erfinden,
Weitererzählt von Tannen, Linden,
Der Winter alles mit Schnee verziert
Und mich sein Zauber tief berührt...

Ist meine Heimat, tief im Herzen,
Balsam für der Seele Schmerzen,
Geborgenheit an schlimmen Stunden,
Heimat habe ich gefunden.


--------------

Traumwald

Manche Momente finden nur einmal in hundert Jahren statt,
Wie seltene Knospen erblühen sie mit Glitzerstaub am Blatt,
So auch diese Tage, die in meiner Erinnerung als tausend Kerzen leben
Und mit ihrer sanften Hand der Kälte Wärme geben.
Lauschet nun, was ich erzähl', wie es war zu jenen Stunden,
Welche ich im Waldesreich wie einen Schatz gefunden,
Wo ein Zauberwesen ich dann sehnsuchtsvoll erblickte,
Das sich einer Göttin gleich mir sieben Tage schickte:

Ich stapfte durch den regennassen Wald,
Lauschte den Liedern der sich wiegenden Zweige,
Vernahm die Stimmen im Unterholz,
Der Wind hauchte und fauchte mir in mein Ohr,
Ein seltsames Gefühl in meiner Brust
Erfüllte mich mit einem wohligen Glühen,
Doch noch wusste ich nicht,
Was es zu bedeuten hatte.

Dann sah ich es, wie ein Rubin leuchtete es mir entgegen,
Ein seltenes Wesen, wie ich es noch nie gesehen,
Nein, eine Göttin, von atemberaubender Schönheit,
Ihr Lächeln erhellte mein Herz, ihr Geruch betörte mich,
Rief mich zu ihr, es war wie im Traum, so unwirklich,
Doch schön, sie nahm mich an der Hand,
Führte mich noch tiefer in den Wald,
Unsere Gesichter vom Regen nass und kalt...
Wir umarmten und wärmten uns,
Ihr endloslanges Haar wie ein Umhang,
Mit ihren zarten Händen drückte sie
Mich an ihren vollkommenen Busen,
Weiblichkeit in Vollendung, Schönheit bis ins kleinste Detail,
Leidenschaft und Sinnlichkeit tanzten feurig um die Wette,
Ihr Kuss schmeckte lieblicher als der süßeste Wein,
Ihre blauen Augen mit einem Hauch von Grau
Malten mir blühende Rosen ins Herz,
Ihre Seele berührte mich tief und ich wusste:
Sie war das größte Geschenk, das mir je gemacht wurde.

Wenn Lippen sich berühren, wird es zum Austausch zweier Welten,
Ein galaktischer Kontakt, dessen Fühligkeit ins Unbegrenzte läuft,
Ferne Ansichten nähern sich auf leise Weise,
Werden nur durch einen Berührungspunkt vereint,
Schmelzen hinweg in dem Glanz dessen, was dieser Augenblick schenkt.

Für einen Augenblick waren wir unsterblich,
Waren Herrscher über Winde und Gezeiten,
Thronten über dem ganzen Spektrum der Räumlichkeit.
Traum? Realität? Realität? Traum? Oder beides zugleich?

Ich schloss die Augen, atmete ein, an jenem Ort,
Öffnete die Augen, atmete aus...und sie war fort.

Ich lehnte mich an einen Baum,
Sie...nur Trug, nur Schein, nur Traum?
Doch ihr Geschmack, ihr Geruch...
Weg war sie, ein einzig' Fluch,
Da stand ich nun, ich armer Tor
Und war so einsam wie zuvor,
Suchte stumm nach ihrer Spur,
Fluchte krumm: "Wieso denn nur..."

Ihr schillernd' Wesen dankbar zur Göttin auserkoren...
Doch nach sieben Tagen hatt' ich sie verloren,
Magie und Glück begrenzt auf jene Zauberstunden,
Doch danach habe ich... sie nimmer mehr gefunden.
Ich im Wald dann warte, wenn Sehnsucht nach ihr sucht,
Doch sie bleibt verschwunden, ich fürcht', es ist verflucht.
Es hilft kein Klagen, Weinen, Trauern oder Flehen,
Und ich weiß jetzt traurig: "Es gibt kein Wiedersehen."

Im Nachhinein ist 's wie ein Traum,
So unwirklich, ich glaub' es kaum,
Dass dies stattfand, irgendwo,
Irgendwie und irgendwann.
Ich es gar nicht glauben kann,
Mein Glück in diesen Stunden,
Das ich nur durch sie gefunden,
In Erinnerung wir weiter leben
Und unser Sein gen Urkraft heben.

Manche Momente finden nur einmal in hundert Jahren statt,
Wie seltene Knospen erblühen sie mit Glitzerstaub am Blatt,
So auch jene Tage, die in meiner Erinnerung als tausend Kerzen leben
Und mit ihrer sanften Hand der Kälte Wärme geben.


-----------------

Zu Eis

Lande so fern, Distanz trennt,
Dazwischen eine Flammenwand,
Durch die noch nie den Weg man fand,
Jeder in sein Umfeld eingebettet,
Es gibt nun nichts, das mich jetzt rettet
Und so werd' ich mit leichtem Schmerz
Zu ringsherum vereistem Herz.

Es wird bald kühl, Wolken ziehen auf,
Bin ein See, inmitten mir ein Boot,
Das Licht vereinsamt kümmerlich,
Verhaucht sein Glimmen jämmerlich.

Lande so fern, Distanz trennt,
Dazwischen eine Flammenwand,
Durch die noch nie den Weg man fand,
Jeder in sein Umfeld eingebettet,
Es gibt nun nichts, das mich jetzt nun rettet
Und so werd' ich mit leichtem Schmerz
Zu ringsherum vereistem Herz.

Langsam frisst sich Wasser weg,
Von Kälte überzogen,
Von Trauer weggelogen,
Frost erklimmt des Bootes Heck.
Bald ist nichts mehr über,
So starr schon meine Glieder,
Friere mich in Einsamkeit,
Hüll' mich ein in Eises Kleid.

Mein Herz erfriert und Es mit ihm,
Das einer Göttin Augen in mir entfachten...
Bald ist es weg, bald ist es erfroren,
Bald bin ich Eis und fühle nicht mehr, sie...
Dich...

Ein starrer Eisblock hält meine Gesichtszüge fest,
Grimmig' Nordwind gibt mir den Rest,
"So stirb in mir, erfriere,
Bevor ich mich verliere"...
Kalt, mir ist so kalt, du weichst nun bald,
Jetzt und später, ich Verräter,
All' mein Herz so früh verraten,
All' mein Herz so früh verraten.

Einstmal war dein Blick so heiß,
Doch nun spür' ich nur mehr Eis.
Ich schau' hinab auf kaltes Herz -
Ich brauch' ihn wohl, den meinen Schmerz,
Einsamkeit, Verzweiflung pur
Machen aus des Ichs Natur...
Einstmal war dein Blick so heiß,
Doch nun spür' ich nur mehr Eis.


-----------------

In Ohmacht ertrinkend...

...Eine kleine Mücke schwebt empor,
Ihre Flügel schwer, die Schwerkraft drückt nach unten,
Obwohl sie hat manch' Lüfte gefunden,
Zwirbelt sie ihre Nichtexistenz zu Boden,
Nun liegt sie dort, als unscheinbares Erfriernis,
Wie eine kalte Figur aus antiken Zeiten,
Deren Bildnis in der Gegenwart nichts mehr auslöst.
Liegt und schweigt...und...liegt...und...schweigt....
Mehr nicht...mehr nicht...

Inmitten des Wirbelwindes bin auch ich gefangen,
Strecke und dehne die Gitterstäbe,
Wüte mich gegen die Barrikaden,
Rüttel-schüttel-weg-mit-dir, du Mauer gegen mein Streben!
Unendlicher Raum sei nicht nur Traum,
Sondern Spielwiese und mehr als diese Ebene
Wünsch' ich mir ein weites Tal herbei,
Voll' Grün, Wasserfälle, wo Blumen blüh'n,
Hügel dem Land ein Auf und Ab geben,
Gewitter die Hügel zum Leben heben, und dann wieder sinken,
Wo sie ertrinken, in verschließender Gleichgültigkeit.

Ich kletter' einem ewig entfernten Etwas hinterher,
Das stets einen Schritt schneller ist und ich es nicht erreichen kann.
Vielleicht ist es die Sonne oder der Mond?
Vielleicht bin ich nur mein Schatten
Und will den, der mich warf, erhaschen?
Was bringt es, wenn ich meine fiebernde Verzweiflung
Und Einsamkeit in die Stille hinausschreie,
Wenn mich doch niemand hört?

Ich bin der letzte meiner Art!

I hope one day, this pain will go away.

Ich muss nach Hause, zu lange ich schon hier,
Zeig' mir den Weg, da ich nichts mehr weiß,
Geleite mich auf meinen Pfaden, zeig' mir den Weg,
Öffne mir die Augen, damit ich sehen kann.
Damit ich sehen kann, was mir das Leben nahm...
...Die Verzweiflung, Einsamkeit,
Oder stumpfe Traurigkeit...
Sehnsuchtsschauer, heulend' Wut
Brennen säurevoll im Blut.

Halt' mich fest, bevor ich falle,
Halt' mich fest, bevor ich weiche,
Halt' mich fest, sonst ist es wohl zu spät,
Halt' mich fest, bevor bald jemand geht.

Halt' mich fest, vergiss mich nicht,
Halt' mich fest, halt' fest mein Licht,
Halt' mich fest, wenn ich jetzt gehe,
Und mich gänzlich selbst verwehe.

Ich schaukle hinweg,
Wie ein welkes Blatt auf einem blassblauen Fluss,
Treffe Blumen und Käfer auf meinem Weg,
Sie ziehen vorbei, auch mein Leben zieht an mir...vorbei...
Vorbei die Tage der Glückseligkeit,
Mein ganzes Leben nur mehr ein Abspann,
Samt letzter Verabschiedung,
Ein paar Drehungen auf dem Fluss,
Wasser dringt schon auf mein Haupt,
Ich kämpfe um Luft und Oberfläche,
Werde niedergedrückt und schwimme endlos weiter,
Bis ich mich selber nicht mehr sehe,
Bin irgendwohin verschwunden
Und habe mich seither nicht mehr gefunden.


-----------------

Abschied

Was, wenn der letzte Abschied kommt, bevor ich ihn verkünden kann?
Was, wenn der letzte Abschied kommt, bevor ich ihn mir wünsche?
Er mich einholt, mich überrundet schier, ich hinübergerissen werde?

Der Abschied muss mir nahen, wie auch der Anfang mir entgegenblickte,
Ein Wehmutsmoment hält mich nieder, Müdigkeit ihn strickte,
Es kommt der Augenblick, in dem die Augen blinzelnd weinen
Und ihre letzten Tränen hoffnungslos vereinen.

Irgendwann dann saß ich ruhig, auf ewige Stille wartend,
Blickte trüb mit verquollenen Sichten, drehte mich weg,
Doch nichts rührte sich, auch nicht das Ende kam,
Mit einem Hauch Kraft diese Worte ich vernahm:

"This is the day of my resurrection,
The sun and the moon cast my reflection
Of my life and mother Earth,
Elements gather for my rebirth!"

Das Ende werde Anfang meine Lebens,
Das Ende werde Anfang meines Strebens,
Das Ende werde, nicht vergebens
Gebäre ich mich selber frei
Und was ich bin, nun ewig sei!

Was wäre, wenn ich jetzt einfach einschlafen würde,
Meine Träume und Wünsche mit einem Male nichtig wären,
Einfach die Augen schließen, Gedanken verlieren,
Einfach nur den Abschied spüren,
Seine große und endliche Gegenwart,
Seinen Kuss, nach dem man gehen muss,
Sich noch mal umdreht und schließlich geht,
Das "Auf Wiedersehen, bis bald",
Als Trost, für die Zurückgebliebenen,
Obwohl man weiß, dass es kein Wiedersehen geben wird.

Irgendwann dann saß ich ruhig, auf ewige Stille wartend,
Blickte trüb mit verquollenen Sichten, drehte mich weg,
Doch nichts rührte sich, auch nicht das Ende kam,
Mit einem Hauch Kraft diese Worte ich vernahm:

"This is the day of my resurrection,
The sun and the moon cast my reflection
Of my life and mother Earth,
Elements gather for my rebirth!"

Das Ende werde Anfang meine Lebens,
Das Ende werde Anfang meines Strebens,
Das Ende werde, nicht vergebens
Gebäre ich mich selber frei
Und was ich bin, nun ewig sei!

Voll' Zuversicht sah ich in die Welt, sah mein Feuer schon glüh'n,
Mein Selbst erblüh'n,
Hoffnung keimte, wuchs und sprieß,
Doch dann, ein Spieß...
Durchdrängt, durchstößt ohne Gnade, innig grimmig, voller Wut
Meine neue Glut, das Keimen, was ich mir erdachte....

Dachte? Sachte, sachte, nicht zu viel, ich weiß,
Ich wusste, niemals zu viel, zu viel verlangt,
Doch hat das Schicksal alles abverlangt, zu trüb gelaufen,
Zu müd'....was auch immer...so trüb mein Zimmer,
In dem ich all dies' verfasst, ich bin nur Gast,
Ohne Zuflucht, ohne Rast.
Ein Aufenthalt, ein zeitig' Sehen....
Und ich weiß, es kommt das Gehen...

Ein Abschied, der Abschied, nun hilft kein Flehen,
Werden wir uns wiedersehen?
Im Herze der Natur bin ich die Blüte,
Der Regen nach heißem Tage,
Befrei' die Dürre von ihrer Plage,
Wenn du aufpasst und in dich gehst,
Du ein Stück zu mir dich wehst
Und wir uns wieder treffen,
Ich freu' mich schon,
Auf Wiedersehen.

"Alles fließt, ist in Bewegung.
Ein ständiges Kommen und Gehen.
Wir sind alle nur kleine Teile eines großen Ganzen."